Gedenkplakette für Werner Seelenbinder anbringen!

Initiatorin: Maria Bischof

zur BVV am 25.02.2026

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

Die Gedenkplakette für Werner Seelenbinder an der Fassade seines letzten Wohnhauses in der Palisadenstraße 56 in Friedrichshain wird neu konzipiert und wieder angebracht.

 

Begründung:

Der Weltklasse-Ringer und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime Werner Seelenbinder war ein Held aus unserem Bezirk. Von den 30er Jahren bis zu seiner Ermordung durch die Faschisten wohnte er in Friedrichshain und organisierte Ringkämpfe auf dem Boxhagener Platz. Er nutzte seinen großen sportlichen Erfolg und die damit verbundenen, internationalen Reisen für den Kampf gegen die Nazis. 1938 gründete er eine eigene Widerstandsgruppe, die 1942 von der Gestapo zerschlagen wurde. Am 4. Februar1942 wurde er in seiner damaligen Wohnung in der Palisadenstraße 56 in Friedrichshain festgenommen. Nach zweijähriger Haft in Zuchthäusern und Konzentrationslagern wurde der sechsfache Deutsche Meister im Ringen trotz mehrerer Gnadengesuche zum Tode verurteilt und am 24. Oktober 1944 ermordet.

Werner Seelenbinder war ein Idol des Arbeitersports und mutiger Antifaschist bis zu seiner letzten Stunde. Sein Tod darf nicht in Vergessenheit geraten, nur weil seine Geschichte und sein Name in der DDR zu Propagandazwecken instrumentalisiert wurden. Gerade in Zeiten eines gesellschaftlichen Rechtsrucks, in denen „Nie wieder ist jetzt“ zum traurigen geflügelten Wort geworden ist, liegt es in der Verantwortung des Bezirks, in seinem öffentlichen Raum durch aktive Erinnerungskultur an antifaschistische Biographien zu erinnern.