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von Oliver Nöll

Kreuzbergs Rios Reiser Ehrung

Sozialstadtrat Oliver Nöll

Es ist nun fünf Jahre her, dass DIE LINKE die Idee hatte, einen prominenten Platz in Kreuzberg nach Rio Reiser zu benennen. War ursprünglich der Gedanke, einen Teil des Mariannenplatzes zu nutzen, ergab eine Bürger*innenbeteiligung, dass letztlich der Heinrichplatz ausgewählt wurde. Jetzt, endlich, am 21. August 2022 wurde die Benennung vollzogen. Nachdem zunächst einige Einwände bearbeitet werden mussten, die letztlich aber keine Wirkung zeigten, war es die Pandemie, die zu einer Verschiebung führte.

Es war ein langer Weg seit der Einbringung meines Antrages in die Bezirksverordnetenversammlung im September 2017. Nicht zu verschweigen ist, dass auch massive Überzeugungsarbeit im politischen Raum stattgefunden hat. Große Teile der Fraktionen der Grünen haben sich anfangs über diese Idee lustig gemacht. Letztlich kam jedoch eine demokratische Mehrheit zusammen. Dass es weiterhin einen kleinen Teil der Kreuzberger Bevölkerung gab und gibt, der an dem Namen Heinrich festhalten wollte, obschon das einzige Verdienst dieses preußischen Prinzen war, eben ein Prinz zu sein, soll an dieser Stelle ebenfalls nicht verschwiegen werden.

Und obwohl die Grünen lange gegen eine Umbenennung waren, gab es dann doch viel Grünen-Prominenz bei der Feierlichkeit zur Umbenennung. Trotz allem freue ich mich, dass auf Druck der LINKEN der Antrag, Rio Reiser in »seinem« Bezirk angemessen zu ehren, endlich Realität geworden ist. Solche Ideen mögen nur Symbolpolitik sein. Aber in diesen Zeiten ist das Bekenntnis zu linken, unangepassten und im besten Sinne systemkritischen Persönlichkeiten vielleicht auch mehr als das!

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Bezirkszeitung klar.links

Ausgabe Juli/August 2022