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Muss die Karl-Marx-Allee auf die Grünfläche? (DS/1406/III)

Dringlichkeitsantrag zur Prüfung einer alternativen Verkehrslenkung während der Sanierung der Tunneldecke bei der U-Bahnstation Weberwiese.

Die BVV Friedrichshain-Kreuzberg möge beschließen:

Das Bezirksamt wird beauftragt, deutlich vor Baubeginn (c. a. 9 August) mit den interessierten AnwohnerInnen an der Weberwiese ein Treffen zu organisieren, an denen verantwortliche VertreterInnen des Bezirks und des Senats darlegen, warum nicht eine alternative Verkehrslenkung wie am Strausberger Platz gewählt werden kann.

 Falls dieser Termin nicht gefunden werden kann, soll die Bauanfangsphase an dieser Stelle (Vorbereiten der Grünfläche für den Verkehr) verschoben werden.

 

Begründung:

Die Dringlichkeit ergibt sich aus der Kurzfristigkeit der Information der BVG über ihr Vorhaben. Dabei sind die Auswirkungen auf die AnwohnerInnen enorm: 1,5 Jahre Bauzeit, 67 Bäume werden insgesamt gefällt und an der U-Bahnstation Weberwiese wird der Verkehr auf den Grünstreifen gelenkt. Dafür müssen Bäume gefällt, und auch gewachsenes Buschwerk entfernt, werden. Dadurch wird auf lange Zeit Lärm- und Sichtschutz auf die Straße vernichtet. Für die NutzerInnen der Allee (Passanten, aber auch Gäste der Straßencafés) rückt die Karl-Marx-Alle bis auf wenige Meter neben die Allee. Für NutzerInnen der U-Bahn die nördlich der Straße wohnen, verlängert sich durch diese Verkehrsführung der Weg über die Straße bis zum Eingang der U—Bahn um das doppelte. Dies ist ein Kritikpunkt vor allem von älteren und behinderten Menschen An der Baustelle Strausberger Platz ist eine Verlegung auf die Grünfläche aus verkehrsplanerischen Grün-den nicht möglich, dort wird eine Verkehrslenkung über die Straßenfläche durchgeführt. Wenn zukünftig an der Samariterstraße saniert werden muss, wird ebenso eine Verkehrslenkung ohne ein Ausweichen auf den Grünstreifen notwendig sein, weil dort kein Grünstreifen existiert. Ein Ausweichen auf den Grünstreifen scheint daher nicht zwingend und soll nach dem Willen der AnwohnerInnen auch nicht umgesetzt werden.

Die äußerst kurzfristig angekündigte und dürftig in der Öffentlichkeit verbreitete Information der BVG hat zu Irritation und Misstrauen geführt. Die einzige Informationsveranstaltung am Montag hat nicht ausgereicht, um Fragen zu klären- einige Interessierte konnten aufgrund der Kurzfristigkeit nicht kommen. Eine möglicherweise notwendige Verschiebung des Baubeginns ist daher als Folge der unzureichenden Informationspolitik zu sehen und muss von der BVG in Kauf genommen werden.

 

Für die Fraktion DIE LINKE. Barbara Seid