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Beschluss DS/1694/V

Kinder- und Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit bei Wiederöffnung nach Lockdown unterstützen

Initiatorin: Kolja Fuchslocher

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

Die BVV fordert das Bezirksamt auf, auf eine schnellstmögliche Wiederöffnung der Einrichtungen und Angebote der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Jugendsozialarbeit unter Beachtung von pandemiebedingten Schutzvorkehrungen hinzuwirken und die Einrichtungen bei der Wiedereröffnung nach dem Corona-Lockdown zu unterstützen. Diese wichtigen Angebote der Kinder- und Jugendhilfe müssen schnellstmöglich wieder allen interessierten Kindern und Jugendlichen zugänglich werden.

Die BVV fordert darüber hinaus das Bezirksamt auf, sich beim Senat für eine bessere Ausstattung der Angebote der Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit einzusetzen, damit die Einrichtungen und Träger den Anforderungen an einen Betrieb in der Pandemiesituation besser Rechnung tragen können und ergänzend alternative Methoden/Angebote zur Kontakthaltung mit ihren Kindern und Jugendlichen entwickeln und anbieten können.

 

Begründung:

Auf Nachfrage nach dem Stand der Öffnung der Angebote der Kinder- und Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit im Anschluss an den Bericht aus dem Bezirksamt in der letzten Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Dienstag den 09. Juni 2020 erklärte das Jugendamt, dass diese Angebote maximal teilgeöffnet seien. Daraus erklärt sich zum einen die Dringlichkeit und zum anderen die Notwendigkeit, hier zu handeln. In eben dieser Sitzung trugen weitere Mitglieder des Jugendhilfeausschusses vor, dass die Kinder und Jugendlichen wieder dringend „Offlineangebote“ benötigen.

Die vielfältigen Angebote der Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit in unserem Bezirk sind für viele Kinder und Jugendliche wichtige Anlaufstellen. Während drum herum mittlerweile sogar wieder Fitnessstudios, Gastronomie und Kneipen nach Shoppingmalls, Möbelhäusern etc. geöffnet haben, Schulen den Betrieb wieder aufgenommen haben, Kitas kurz vor der Wiederaufnahme des regulären Betriebes stehen, ist es nicht mehr vermittelbar, dass diese wichtigen Angebote geschlossen oder aber nur eingeschränkt bzw. erschwert zugänglich sind. Das schadet den Kindern und Jugendlichen wie auch den Einrichtungen und Angeboten selbst. Denn die Angebote leben von Verlässlichkeit und ihren in der Regel gebührenfreien Angeboten. Sie leisten einen Beitrag, um armutsbedingte Benachteiligungen in unserem Bezirk zu reduzieren. Für viele Kinder und Jugendliche sind es die einzigen Angebote, die ihnen in geringfügigem Maß gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen, wo sie Vertrauenspersonen für alltägliche Angelegenheiten und Sorgen finden, sich selbst ausprobieren können und Anerkennung erhalten. Kinder und Jugendliche brauchen insbesondere in gesellschaftlichen Krisen verlässliche Angebotsstrukturen und Ansprechpartner*innen. Diese Angebote leisten auf diese Art und Weise auch einen großen Beitrag zum Kinderschutz. All dies ist derzeit nicht gegeben.

Wir wissen, dass die Mitarbeiter*innen in unserem Jugendamt und die Mitarbeiter*innen in den Angeboten vor Ort während des Lockdowns und auch beim Wiederhochfahren der Angebote gute Arbeit geleistet und ihr Bestes gegeben haben, um den Kontakt zu Familien, Kindern und Jugendlichen zu halten. Dafür gilt ihnen unser Dank. Im Interesse der Kinder und Jugendlichen sowie ihrer Familien müssen aber diese Angebote dringend wieder allen Interessierten zugänglich werden.

Drucksache beim Bezirksamt
 


Bezirkszeitung

klar.links - Ausgabe Mai/Juni 2020